Archive for Ist das noch Techno?

Tekkno. Tekkno. Tekkno.

// April 23rd, 2007 // 2 Comments » // Ist das noch Techno?

Ich fing nicht gleich an zu tanzen und auch meine Klamotten riss ich mir nicht vom Leib aber mir war, als sei ich nackt und bloß durch den verschneiten Wald geirrt und plötzlich regneten Sterntaler vom Himmel.

Yay.

Kaum irgendetwas wirkt heute staubiger und verranzter als die einst modernste Jugendbewegung aller Zeiten. Selbst der damals schon tote Punk hüpft vergleichsweise lebendig durch die Straßen. Der totale Modernisierer arbeitet an seiner eigenen Beseitigung.

Ja, es gibt auch heute noch zur Genüge gute elektronische Tanzmusik. Sie firmiert aber schon lang nicht mehr unter dem Namen Techno. Ich hab letztes Jahr eine Menge Euphorie auf dem Melt! erlebt. Auch ein legendärer ‘Mouse on Mars’-Auftritt letztes Jahr in Berlin war wie eine Offenbarung, seit langer Zeit mal wieder.

Aber trotzdem. Malte hat nicht unrecht. Wenn ich an Techno denke, muss ich immer daran denken was Kundera über die europäische Malerei in ‘die Unsterblichkeit’ gesagt hat. Er imaginierte ein Ziffernblatt, das mit jeder Variation/Weiterentwicklung/Veränderung voranschritt. Mittlerweile sei man bei nach 12 angelangt, die Zeiger sind also einmal rum und es ist alles gesagt. Es gibt keine wesentlichen Veränderungen oder Strömungen mehr, die ein neues Zeitalter einläuten könnten. Die europäische Malerei ist tot. Was die Maler nicht daran hindert weiterzumalen und doch noch das eine oder andere Kleinod hervorzuzaubern. Die Kunstform der europäischen Malerei ist am Ende, tot und auch nicht. Hat sich ausvariiert, sozusagen.

Ob das jetzt zutrifft, für die Malerei oder den Techno? Das weiß ich nicht. Es wäre vermessen, das mit absoluter Bestimmtheit zu sagen. Aber die Vermutung ist nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem, nichts ist einfacher als zu sagen jetzt ist halt Schluß, es gibt nur 12 Töne, oder so. Und das ist natürlich Quatsch. (Max Goldt hat das mal schön mit ungeknackten Muscheln und Ufern gesagt, leider will mir ums Verrecken der Titel des Textes nicht einfallen und Google verweigert eine sinnvolle Auskunft.)

Anywhooo.

Ich habe mich ja hier auch schon mal mehr mal weniger an dem Thema abgearbeitet. Die Tatsache, dass doch weniger Texte kamen als ich plante (beziehungsweise fast gar keine), zeigt ganz nett übrigens wie sehr ich von der Entwicklung angewidert genervt gelangweilt weg bin. Texte und Textfragmente die ich hie und da in kleine schwarze Bücher aufgeschrieben habe, harren noch ihrer Vollendung und Veröffentlichung. Vielleicht vergebens.

Denn ich habe das Gefühl, das hier auch viel mehr gewachsene Strukturen reinspielen und dem Ganzen jede Veränderungsmöglichkeit bereits von Grund auf nehmen, besonders hier in der Provinz, Hintergrundbeschallung für spießiges Drogennehmen ist es heute, gepaart mit stockkonservativem Geschwurbel von ‘klassischem Techno’*, 909- und 303-Fetischismus und yaddayaddayadda.

[P.S.: Wenn man erst einmal ein paar Elektronikexperimente aus den Siebzigern und auch und vor allem Stücke von den musique concrete Leuten (Die waren fuckin' Avantgarde on fire!) gehört hat, die bereits in den 50er und 60ern abgefahrenste Musikexperimente machten, dann weiß man wie wenig Innovation in Techno eigentlich steckte. Und, dass es in der Abteilung 'Imagination und Nutzung der Möglichkeiten' noch viel schlimmer aussah.]

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*Oxymoronalarm!

Taxiweisheiten

// September 8th, 2006 // No Comments » // Ist das noch Techno?

Tanith berichtet von seinem gestrigen Auftritt im Cassiopeia in Berlin (schöne Location übrigens) und erzählt wie er auf der Rückfahrt vom Taxifahrer gefragt wird “wie man das heute tanzen nennen könne, er habe das mal gesehen, als er einen Fahrgast aus einem Club holen wollte und wie man denn da Kontakt zum anderen Geschlecht aufbauen wolle, bei der Lautstärke ginge das doch gar nicht.”.
Da trifft der Taxifahrer den Nagel auf den Kopf, wie wir hier in der Metapherselbsthilfegruppe zu sagen pflegen. Ein wenig verwundert frage ich mich jetzt allerdings schon, welche obskuren “modernen Nachtrituale” der Herr Tanith diesem Herrn dann als Antwort auftischte. Ich meine, is es denn toll, so wie es jetzt ist? Man stelle sich vor, Mann fordert Frau zum Tanz auf (oder anders herum), man tanzt gemeinsam und nicht jeder für sich und dann…

Ich hatte ja schonmal geschrieben, dass ich auch gern mal cheek-to-cheek raven würde (wie auch immer das aussehen mag und überhaupt gehen soll. das weiß ich ja auch nicht, aber ich weiß dass ich nicht auf ewig solche Parties wie ich sie jetzt erlebe, celeb aussitzen will).

 

 

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Ein Königreich für eine Fee

// Juni 27th, 2006 // No Comments » // Ist das noch Techno?

Ich würde gern mal wieder raven.

[Gedanken, nachdem man mal wieder Landstrumms Index-Man EP gehört hat]

Entscheidungen

// Juni 22nd, 2006 // No Comments » // Ist das noch Techno?, Leben

Leute die das machen, die die eigene Musik wie Pfauenfedern vor sich her tragen, als Waffe für die Balz, sind, sorry, erbärmlich. [...]und [dann]alles zu verschachern was einem lieb und teuer ist. Wenn schon der Rest der Welt keine Prinzipien mehr hat, dann sollte man wenigstens selbst noch welche haben. Und die vor sich selbst rechtfertigen können. Die letzte Bastion vor Satania

Neunzig Prozent Derer, die heute Musik machen, tun das nur um ihre Paarungschancen zu erhöhen und/oder aus einem Geltungsbedürfnis heraus, auf der Jagd nach ihren ganz eigenen 15 Minutes. Narzisten regieren die Welt. Und richten sie zugrunde. In der elektronischen Musik mit ihrer (falschen) Verheißung von vom Talent losgelösten Ruhmpotential ist das besonders weit verbreitet.

Ich frage mich wo die ganzen Kreativen hin sind.

[Sich selbst zitieren fühlt sich an wie Cyberselbstgespräch. Muss aber auch mal sein]

let’s rave, yo

// Juni 15th, 2006 // 1 Comment » // Ist das noch Techno?, Musik, Baby!

Ravegrundkurs| Heute: Altern8

Altern8 – Evapor8

 

Altern8 – Infiltrate 202

 

Altern8 – Hypnotic St-8

 

Altern8 – Activ8

 

Altern8 auf allmusic

Und nu, rave on! :D

 

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thing is

// Mai 31st, 2006 // 5 Comments » // Ist das noch Techno?

“See, the thing is, you’re listening to Techno. And I’m listening to music, which happens to be Techno from time to time.”

the little difference. oder auch el differente. Sieht aus wie Augenwischerei, ist aber  letzlich das Entscheidende. Oder besser: das Unterscheidende.
Bitte mehr Musikhörer. Danke.

Wenn Urheberrechte nur noch weh tun

// Mai 17th, 2006 // 6 Comments » // Ist das noch Techno?, Leben

Ich möchte heute (besser spät als nie) meinen geschätzten Lesern eine kleine Geschichte erzählen: Am Freitag, dem 05.05., war ich auf einer Party in Leipzig. Einer Technoparty (Boom! Boom!). Einige meiner Freunde haben auch aufgelegt. So unter anderm auch, nun, nennen wir ihn der Einfachheit halber X. Mein Freund X wollte nun sein Set und das Set eines anderen befreundeten DJs mit seinem MP3-Player mitschneiden. Er fragt das Clubpersonal, ob das okay sei, und die geben ihr Einverständnis. Folglich schließt er seinen Player an einen der Ausgänge des DJ-Mischpultes an -für jeden sichtbar. Wie das nun mal so ist, wenn man dann fertig mit seinem Set ist, trifft man sich mit Freunden, sitzt an der Bar, trinkt den einen oder anderen Jägi und freut sich des Lebens. Zumindest bis man von einem Mitarbeiter des Clubs aufgesucht wird und der dann meint, man solle schnellstens mit ins Büro kommen.

Der Headliner des Abends, nennen wir ihn der Einfachheit halber Y, hat nach seinem Set festgestellt, dass, obwohl er wohl ausdrücklich vorher gesagt hat, dass er nicht wünscht, mitgeschnitten zu werden(? bin mir da nicht sicher), sein Set doch mitgeschnitten wurde. Mein Freund X sollte nun das mitgeschnittene Set von seinem MP3-Player löschen. Problem: Der Akku des Players war leer, löschen vor Ort nicht möglich. Frage: Was macht man nun als vernünftiger Mensch? Richtig, man spielt Rumpelstilzchen. Ordentlich auf den Boden aufgestampft und alles wird wieder gut. So zumindest muss der für Y als Beistand (oder so) an dem Abend anwesende Mensch von Ys Bookingagentur gedacht haben, denn jetzt wird’s interessant: Da mein Freund X das Set nicht löschen kann, wird er genötigt, ein Schreiben zu unterschreiben, das ihn verpflichtet, das Liveset zu entfernen sobald er dazu in der Lage ist bzw. das Set nicht ins Internet zu stellen. Sollte das Set doch irgendwo auftauchen, würde man rechtliche Schritte gegen ihn einleiten und wohl auch klagen, und zwar auf Ersatz der ausfallenden Einkünfte (nehm ich mal an).

djsuxckin

Rundumversorgung: Die Cocoonbookingagentur schickt immer ein Kindermädchen bei tourenden Cocoon-Artists mit. Hier wird gerade im laufenden Betrieb die sogenannte Cocoonwindel gewechselt. Die Cocoonwindel wurde Anfang der Neunziger noch vor Entstehen des nach ihr benannten Unternehmens von ‘dem Zven’ nach einem 20stündigen DJ-Set ‘im Ome’ erfunden.

Nun habe ich das Liveset nicht gesehen, noch gehört. Meine Ohren lauschten und meine Augen ruhten auf etwas Schönerem. Aber das ist eine andere Geschichte. Aber über ein paar Sachen möchte ich hier doch ganz gern laut nachdenken: Zum Einen ist klar, dass Artist Y ein neues Album auf den Markt wirft. Und das Set baut auf dem Album auf, beziehungweise spiegelt es wieder. Warum nun eine so vehemente Reaktion auf einen unerlaubten Mitschnitt? Meine, völlig an den gegelten Haaren herbeigezogene, Vermutung: Das ganze Set spiegelt nahezu 1:1 das neue Album wieder- sowohl was Sounds als auch was größtenteils Arrangements angeht. Sozusagen das ineinandergemischte Album.

Wozu würde das führen?: Man würde sich natürlich sehr darüber ärgern, wenn jemand mitschneidet und das Ganze verbreiten würde. Das würde aber auch bedeuten, dass jedes in diesen Tagen gespielte Set sich “wie ein Cocoon Ei dem anderen ähneln” würde. Würde nun ein anderes Set mitgeschnitten und online gestellt, könnte man nicht unterscheiden wann und wo das im jeweiligen Fall stattgefunden hätte. Unterscheidungsmerkmale, anyone? Das bedeutet letztendlich, dass niemals bewiesen werden könnte, was man hiermit vorgeblich erreichen wollte. Nämlich die Kausalkette: Set von Y im Internet -> X wars -> X muss zahlen. Mal ganz abgesehen davon, dass X, als er den Wisch unterschrieb, angetrunken war und das Unterschriebene wohl sowieso damit hinfällig wäre.

Wozu also das Ganze? Abschreckung. Schlicht Abschreckung. Zumindest ist das meine Vermutung.

Würde mein Auftritt als Künstler mitgeschnitten, ohne dass ich das will, wäre ich auch sauer. Besonders wenn ich vorher extra darauf hinweise. Es gibt da auch besonders im Technobereich einige unschöne Geschichten. So hat zum Beispiel der mittlerweile nicht mehr existente Achtermaiclub ab und zu ganze Parties ohne Wissen der auftretenden Künstler direkt von der Anlage (also ohne dass man das am Dj-Pult hätte merken können) mitgeschnitten und diese Mitschnitte dann auf den nächsten Parties an der Kasse verhökert. Äußerst unschön, unfair und verabscheuungswürdig.

Hier ist die Sachlage aber eine andere: X war selbst DJ an dem Abend. Er hat in erster Linie sein Set mitschneiden wollen. Und sein Mitschneidegerät lag für alle sichtbar direkt neben dem DJ-Mischpult. Kein Geheimnis. Und Jeder, der darauf bedacht ist, seine Musik für sich zu behalten, hätte das leicht sehen können. Kein Grund also danach den Corleone raushängen zu lassen und so zu tun, als wäre man überlistet worden. Zumindest meine Meinung.

Na und? Was stört Dich nun daran, mögt ihr jetzt fragen. Mich stört diese völlig überzogene Einschüchterungstaktik, dieses Vorschlaghammerverhalten. In Anbetracht der Umstände hätte man auch einfach mal mit X reden können. Der ist nämlich sehr zugänglich. Ein sehr korrekter Mann, der immer ein Ohr für die Probleme Anderer hat. Und er ist Einer der Letzten heutzutage, das will ich hier noch anfügen, der immer versucht das Richtige zu machen. Anstatt eines klärenden Gespräches hatte man dann aber am Ende der ganzen Geschichte einen aufgelösten X, der die Welt nicht mehr verstand. Und auch Artist Y soll das Ganze wohl ein wenig mitgenommen haben.

Letzten Endes hat bei der ganzen Sache niemand etwas gewonnen. Eine Lose-Lose-Situation sozusagen.

Schade, das hätte man auch anders regeln können.

Aber wie dem auch sei, trotzalledem möchte ich hier mal noch festhalten, dass wir, auch wenn es Menschen gibt, die etwas anderes glauben, nicht, I repeat: NICHT, in Cocoonland leben. Zumindest noch nicht.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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musiqua upfronts: neue Kategorie – neues Glück

// Mai 8th, 2006 // 2 Comments » // In eigener Sache, Ist das noch Techno?

Ich werde jetzt hier eine neue Kategorie einführen, in der ich über ein Thema sprechen will, das mich mal mehr mal weniger stark bewegt, mich aber auch einfach nicht loslassen will. Es geht um eine Musikrichtung, die mir einmal sehr viel bedeutet hat.

~

Rufen Sie jetzt in der Werbepause 0800-musiqua an und gewinnen Sie eine Entzugskur auf Ibiza. Beantworten Sie einfach folgende Frage:

Von welcher Musikrichtung spricht der Autor?

Ist es a.) die olle Bum-Bum-Musik

oder ist es b.) b ist falsch

~

Richtig, es geht um Techno, die olle Bum-Bum-Musik, deren Protagonisten einst ganz bescheiden von sich behaupteten, die Musik der Zukunft zu machen. Es geht um die Musik, die heute nur noch eine Farce ist, ein vorhersehbarer, stumpfer Musikbrei, der Soundtrack zum Abschuss mit schlechten Drogen. Schlicht: nur noch ein Abklatsch seiner selbst (Jaah, natürlich, es gibt Ausnahmen, keine Frage). Ich glaube, ich bin nicht der Einzige der sich auf Technoparties zumeist fragt, was er hier eigentlich will. Auf den, hm, über den Daumen gepeilt und anvisiert, würde ich mal sagen 3 letzten Technoparties, auf denen ich war, habe ich nicht getanzt (und davor gab es noch viel mehr, Hunderte, Baby!). Nicht mal dran gedacht. Well, what’s the point in DANCEmusic then? Nur zum Anhören von der Bar aus ist es einfach zu anstrengend (oder: nicht mal das schafft die heutzutage gespielte Musik: im Hintergrund nicht nerven. Man kommt ja manchmal mit dem Augenrollen gar nicht mehr hinterher.).

Und da habe ich den musikalischen Supergau- Schranz, also known as klanggewordener Opportunismus, noch gar nicht erwähnt (oh, ich fang schon bei dem Satz an zu schnaufen wie ein raging bull). Aber das kommt noch, alles.

Warum ich trotzdem darüber schreiben will? Weil mir das, wofür diese Musik mal stand einmal sehr viel bedeutet hat. Weil es dieses Gefühl war, das mir die unendliche Weite der Möglichkeiten innerhalb von Kunst offenbart hat und ich dadurch Momente erleben durfte, die einfach unvergesslich sind. Aber eben auch in der heutigen Konstellation nahezu unmöglich so wieder vorkommen können. Und letztlich bin ich als Teenager von Techno zur Musik allgemein gelangt, Musik ist vielleicht die große Liebe meines Lebens. Und von der Musik aus kam ich zur Literatur und zur Kunst an sich-wenn man einmal anfängt zu graben.. (In obigem Bild ist die Literatur dann übrigens die kleine, gewiefte Schlampe, mit der ich meine große Liebe, die Musik, gerade betrüge. Männer!). Ich verdanke diesem Ausgangspunkt soviel in meinem Leben, dass ich gar nicht wüßte wo ich anfangen sollte.

Und scheiße ja, ich will auch mal wieder zünftig raven, for fucks sake! (Gern auch cheek-to-cheek, think forward!)

Produktionsplan sieht unregelmäßige Einträge vor. So, alle paar Schaltjahre Einen. Wollen wir mal schauen, ob wir das schaffen.

Um Kraftausdrücke und allgemeines Erzürnen in den Kommentaren zu minimieren: Mein Geschmack, ja blah. Und es liegt an mir, is doch alles gut und super. Nee, echt jetzt. Ich bin der Doofe, nicht Ihr. Now go away!

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