Archive for Lesen macht sexy

Turn it around again

// Dezember 21st, 2008 // No Comments » // Leben, Lesen macht sexy

“I turn sentences around. That’s my life. I write a sentence and then I turn it around. Then I look at it and I turn it around again.” – Philip Roth

(Kommt mir sehr bekannt vor..)

Einmal ist keinmal

// Dezember 17th, 2008 // No Comments » // Leben, Lesen macht sexy

Entscheidungen, Konsequenzen und Gedanken darüber, wieder und immer wieder.

Was aber kann das Leben wert sein, wenn die erste Probe für das Leben schon das Leben selber ist? Aus diesem Grunde gleicht das Leben immer einer Skizze. Auch ‘Skizze’ ist nicht das richtige Wort, weil Skizze immer ein Entwurf für etwas ist, die Vorbereitung eines Bildes, während die Skizze unseres Lebens eine Skizze von nichts ist, ein Entwurf ohne Bild.
Einmal ist keinmal, sagt sich Thomas. Wenn man ohnehin nur einmal leben darf, so ist es, als lebe man überhaupt nicht.

Kundera, in “Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins”; Zeit das Buch ein zweites Mal zu lesen (no pun intended)

the umpteenth coming

// September 24th, 2008 // 2 Comments » // Lesen macht sexy

Turning and turning in the widening gyre
The falcon cannot hear the falconer;

 

Yeats

(Oft zitierte Gedichtanfänge für 500)

Rauch

// Januar 7th, 2008 // No Comments » // Lesen macht sexy

Die Prinzessin trank wenig Rotwein. Dagegen liebte sie als einzige Frau, die ich je getroffen habe – Whisky, von dem die Frauen sonst sagen, er schmecke nach Zahnarzt. Er schmeckt aber, wenn er gut ist, nach Rauch.

Kurt Tucholsky, Schloß Gripsholm

goethe schmoethe

// März 22nd, 2007 // No Comments » // Lesen macht sexy

..

Die Ehrfurcht wirft mich ihr zu Füßen,
Die Wollust mich an ihre Brust.
Sieh, Jüngling, dieses heißt genießen.
Sei klug und suche diese Lust!
Der Tod führt einst von ihrer Seite
Dich auf zum englischen Gesang,
Dich zu des Paradieses Freude,
Und du fühlst keinen Übergang.

aus dem Gedicht “Der wahre Genuß”

Goethe, der alte Haudegen, hat heute seinen 175. Todestag.
Bestimmt streunert er just in diesem Moment im Jenseits mit Hemingway um die Häuser.

tabloitastisch!

// Januar 17th, 2007 // No Comments » // Lesen macht sexy

Die Frankfurter Rundschau stellt im Sommer auf das Tabloidformat um. Ausgezeichnet. Ich mag Tabloid wesentlich besser als das dusselige Riesentageszeitungsformat, das einst dafür geschaffen wurde, dass Gutsherren auf ihren 10×10m großen Tafeln, auf denen nicht nur das Essen gereicht wurde sondern auch genügend Abstand zur Gutsherrin geschaffen wurde, das Weltgeschehen verfolgen konnten.
Bin kein Gutsherr, finde Tabloid deshalb spitze.
Ich mag die FR ja sowieso, also ein schöner weiterer Grund, ab und an am Kiosk mit meinen gierigen Händen danach zu greifen.

Pynchon und die Kapitulation

// Dezember 4th, 2006 // No Comments » // Lesen macht sexy

Thomas Pynchon, einer der größten zeitgenössischen Autoren und gleichzeitig der mit abstand rätselhafteste, hat ein neues Buch herausgebracht. Und die Rezensenten kapitulieren gleich reihenweise.
Auf irgendeiner englischsprachigen Seite hab ich gelesen, dass ein Kritiker gleich eine ganze Rezensionsserie schreibt, weil der Roman sonst nicht zu fassen sei. In der SZ (Süddeutsche)* stand letzten Donnerstag im Feuilleton keine Kritik des Buches, sondern ein “Bericht von einer Reise durch Thomas Pynchons neuen Roman ‘Against the day’”. Weil, “Andere Autoren mögen schreibend Länder erschaffen – Thomas Pynchon tut es nicht unter einem Kontinent.”

Deswegen liegt auch “Die Enden der Parabel“, Pynchons Meisterwerk, das ihn (zumindest in der Literaturwelt) weltberühmt machte, noch ungelesen in meinem Regal. Über mehr als die ersten 20 Seiten bin ich nicht hinausgekommen. Mit Pynchon ist es wie mit Dostojewski (oder dem notorischen Gaddis , oder jedem anderen ‘unter tausend Seiten mach ich’s nicht’-Autoren), man hält kein Buch in der Hand, sondern eine gebundene Bibliothek. Keine Lektüre, sondern eine Lebensaufgabe. Man nimmt das Buch kurz in die Hand, schaudert, und stellt es zurück ins Regal während man etwas von Leben, vielleicht später, Zeiteinteilung und derisdochverrückt murmelt.

Vor Jahren habe ich DeLillos Unterwelt gelesen, ein Gesellschaftsroman über das 20. Jahrhundert. Das Buch spannte sich über mehrere Zeitlinien, zwischen denen hin und her gesprungen wurde, von den Fünfziger Jahren bis hin zur (damaligen, endneunziger) Jetztzeit. Ich brauchte ein halbes Jahr für diesen Schmöker. Man verstehe mich nicht falsch, ich hab es genossen. DeLillo ist ein der Meister der Sprache, dessen Prosa sogar in der Übersetzung noch wie federleichte Lyrik, ja fast schon melodiös, durch die Luft gleitet. Sätze, ganze Dialoge und Absätze, in denen man sich verlieren kann. Ich weiß nicht, wie er das macht. Ich wußte nach der Hälfte aber auch nicht mehr, wer die Hälfte der Personen war. Das fiel mir dann und wann immer wieder mal auf. ‘Ah, der homophobe Graffitisprayer aus den Siebzigern, der sich gegen Bezahlung Einen blasen lies, ist der schwule, aidskranke Mechaniker von heute, der den Ghettokids hilft. Das mir das jetzt erst auffällt.’ Ärgerlich.

Auf diese Bücher muss man sich einlassen. Dann muss man dranbleiben. Ich glaube, der Payoff kann hoch sein, aber wenn man nur halbherzig einen Marathon antritt, hat man, wenn man nach 20 Kilometern entnervt aufgibt -oder nach ibzehn Stunden im Ziel ankommt- nur noch das Gefühl, dass das zwar alles ganz toll war, aber irgendwie hätte es großartig sein können, müssen. War es aber nicht. Weil man selbst nicht voll dabei war. Es ist wie einen Film anschauen und sich während der ganzen Zeit zu unterhalten. Wenn der Film etwas wert war und man das fühlt, dann hat man dann danach auch dieses diffuse Gefühl etwas verpasst zu haben. Etwas Wichtiges vielleicht sogar.

Das klingt jetzt mehr nach Arbeit und Buckelei als ich es ausdrücken wollte. Keine Ahnung, wo ich mit diesem Text hinwollte. Letztlich ist es ja vielleicht einfach nur ein ‘Time Issue’, wie der Engländer zu sagen pflegt. Und damit mein ich nicht das Times Magazine.

 

*Erwähnte ich schon, dass ich deren Onlineauftritt hasse?

 

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Buchmesse wer oh wer

// Oktober 10th, 2006 // No Comments » // Leben, Lesen macht sexy

soll das bloß alles lesen? Ich bin ja schon mit der 36seitigen Literaturbeilage in der SZ letzte Woche und der neuen De:bug überfordert. Schon die Sekundärzeitungerie ist mir zu viel.
Lesenlesenlesen. Nichts anderes mach ich mehr den lieben langen Tag. wuarhgh.
Eines Tages wird mein Kopf einfach explodieren. Informationoverkill. 3 Wochen später werden meine Nachbarn aufgrund des Geruches den Hausmeister nerven bis man meine Wohnung aufbricht. Einige meiner Freunde werden sagen: “Ja, er war im icq ja nur noch ‘abwesend’ und hat gar nicht mehr geantwortet.” “Auch nicht auf emails.” “Und das Handy war dann auch irgendwann aus. War schon komisch.”
Man wird dann einen Gerichtsmediziner bestellen, um meine Todesursache festzustellen. Aber bitte keinen vom CSI. Ich will Quincy.
Er wird dann sagen: “Klarer Fall von Überbeanspruchung. Tod durch Buchstaberitis, Sam.”

 

“Dagegen müssen wir etwas unternehmen, Astin.”
“Quincy! Dafür fehlt uns das Geld!”

“Das Alter ist ein Massaker”

// September 6th, 2006 // No Comments » // Leben, Lesen macht sexy

dieser durchaus zitierwürdige Satz aus dem neuesten Roman von Roth, einem meiner absoluten Lieblingsautoren, wird von allen Feuilletonisten diesseits des Guggenheimmuseums Planeariums gerade rudelzitiert , und wahrscheinlich auch jenseits des Guggenheims. Da kenn ich mich nicht so aus, les nicht viel aus der Gegend (zumindest keine oldmedia). Kann man aber schon nachvollziehen, das Zitieren.

Gestern beim Salatmachen dachte ich: “Auch das Zerschneiden von überreifen Tomaten ist ein Massaker.”

Sie dürfen mich hier gern ‘quoten’, wie wir Berufsjugendlichen zu sagen pflegen.

Und wenn Philip Roth endlich den Nobelpreis bekommt, geht die Lokalrunde auf mich.

 

#Lesen sie mehr ‘Einträge ohne Sinn’ hier

500nägel

// Juni 4th, 2006 // 1 Comment » // Lesen macht sexy, netznetz

der nagel.
eine (typische, und folgerichtig gute) 500beine-Geschichte.

Kann es kaum erwarten, dass endlich das 500beine-Buch kommt.

Über Henry Miller und das Leben

// Juni 2nd, 2006 // 2 Comments » // Lesen macht sexy

Es war schwer zu erklären und noch schwerer war es, festzustellen, dass die Freunde einem nicht mehr folgen wollten und sich über das, was man für sich entdeckt hatte, auch lustig machen. Zum ersten Mal teilten sich das Leben und der gemeinsame Horizont, der bis dahin aus Albernheiten, Musik, ersten Übungen als Raucher in der halb zerfallenen, hölzernen Schutzhütte und anderem Spaß bestanden hatte.

Kopieren ist schon schlimm, aber selbst wenn man versucht, das Gegenteil dessen zu sein, was andere sind, ist man nur die negative Kopie dessen, was man nicht sein wollte. In der Kunst ist diese Erkenntnis doppelt schlimm, denn die Erkenntnis impliziert die Frage, wie viel von einem selber eigentlich in seiner Arbeit steckt. Ist all das, was man tut, Ausdruck des eigenen Schaffens, oder ist es nur der Ausdruck der Ablehnung dessen, was man nie sein wollte?

[Henry Miller] ist berühmt geworden, weil es ihm egal war, was andere Leute über ihn und seine Art zu schreiben dachten. Er ist berühmt geworden, weil er nicht das Gegenteil von etwas war, sondern weil er einfach das aufgeschrieben hatte, was ihn, und nur ihn bewegte. Er scherte sich einen Dreck darum, was andere Leute dachten, er wollte die Menschen mit der Nase in den Dreck stoßen, in dem er lebte.

Der großartige Don Dahlmann auf mindestenshaltbar.net über den Übergott Henry Miller, das Schreiben und den eigenen Weg.

Letztes Jahr habe ich Millers Wendekreis des Krebses gelesen. Das Buch, für das Miller zuerst gehasst und später abgöttig geliebt und verehrt wurde. Dieses Buch kam zuerst in meinen Augen eher harmloser daher als ich erwartet hatte. Wer Ellis gelesen hat, den haut so schnell nix mehr um, und ich hatte in Bezug auf Sexszenen und blah etwas in diese Richtung gehend erwartet. Dieses Buch hat mich im Laufe der Zeit aber erwischt wie kein Zweites. Noch heute knappere ich daran. Es zählt zu den Wichtigsten und Einschneidendsten, die ich jemals gelesen habe. Im Vorwort schreibt Anais Nin: “Dieses Buch führt einen Wind mit sich, der die toten und hohlen Bäume umbläst, deren welke Wurzeln im unfruchtbaren Boden unserer Zeit verdorrt sind. Dies Buch dringt bis zu den Wurzeln vor und gräbt tiefer, gräbt nach unterirdischen Quellen.” Und das ist noch heute so.
Es gibt nicht viele Bücher dieser Art, und man ist dankbar für jedes Einzelne.

“Wenn es einen Menschen gäbe, der wagte, alles zu sagen, was er von dieser Welt gedacht hat, bliebe ihm kein Quadratmeter mehr, um sich darauf zu behaupten. Wenn ein Mensch erscheint, stürzt sich die Welt auf ihn und bricht ihm das Rückgrat. Immer sind zu viele morsche Säulen stehen geblieben, zuviel verfaulte Menschheit, als dass ein Mensch aufblühen könnte.” - Wendekreis des Krebses, 1932

(Herr Z, die tönernen Füße. Man schlage sie weg.)

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Romancierwolke

// Mai 31st, 2006 // 5 Comments » // Lesen macht sexy

Wen es interessiert, von welchen Autoren ich Bücher lese: Guckst Du Marcels Authorcloud. Je größer der Name des Autors, desto mehr Bücher hab ich von ihm (yes indeed, ihm. Gerade festgestellt, dass ich nicht ein einziges Buch von einer Frau habe. Gruselig.)

Ein Web2.0-Spaß ist das hier..

Es geht im Leben nicht um den Tod

// April 20th, 2006 // No Comments » // Lesen macht sexy

Es geht im Leben nicht um den Tod oder das Leiden. Sondern alleine um die Moral.

Um welche denn?

Nur um die eigene natürlich! Am Ende geht es nicht um Trauer oder Glück. Sondern um richtig oder falsch. Am Ende stehen wir alleine da vor unserem Gewissen.

Sehr lesenswertes Interview mit Jeanne Moreau in der SZ

(via Spreeblick)

Samuel Beckett

// April 13th, 2006 // No Comments » // Bewegte Bilder, Lesen macht sexy

Letztens kam auf Arte ein Themenabend über Beckett, den ich leider nur teilweise gesehen habe. Ich hatte zu spät eingeschalten/reingezappt, und es war Freitag und ich wollte eigentlich nur Hintergrundberieselung zum Essen bevor ich das Haus verlasse. Blöd gelaufen. Die zweiteilige Biographie Beckett – Lippen Schweigen war äußerst sehenswert. Ich wünschte, ich hätte das vorher gewußt und komplett aufgenommen. note to self: mehr auf das arte-Programm achten.
Leider scheint der Themenabend nicht nochmal wiederholt zu werden, schade. Wer mehr weiß, bitte aufstehen und berichten.

Heute ist Becketts hundertster Geburtstag.

Marcel, wartend

Kafkas Tagebücher als Blog

// April 10th, 2006 // 3 Comments » // Lesen macht sexy

Ich bin ja bekanntlich bekennender Kafka-Fan, was schon zu der einen oder anderen heftigen Diskussion mit einem meiner Freunde, dem Herrn Z, geführt hat, der seines Zeichens ja wiederum zwar so perverse Dinge wie Dantes ‘Göttliche Komödie’ oder Homers ‘Odyssee’ liest, mit Kafka aber nun mal gar nichts anfangen kann.* Nun habe ich die Kafkatagebücher in Blogform entdeckt, heißt: da postet jemand die Tagebucheinträge von Kafka in äh realtime, sprich in der selben Geschwindigkeit online gestellt wie ursprünglich geschrieben. Und man kann auch kommentieren, wenn man das will..
Etwas kirre das Ganze, aber auf eine sympathische Art.

Tagebücher Kafkas

*Call me king of schachtelsätze?