G8 – Spree8

// Juni 2nd, 2007 // Politail, netznetz

Die Leute von Spreeblick haben ein Blog zum G8-Gipfel eingerichtet:

Spree8 bietet die Möglichkeit, die Geschehnisse vor Ort ungefiltert an die Öffentlichkeit zu bringen – entweder per SMS (0177-6719356) oder per Telefonanruf (030-868704209) als Sprachnachricht.

Sollte sich etwa Genua wiederholen -was angesichts der künstlich aufgeheizten Atmosphäre durch die Regierung nicht unwahrscheinlich ist-, wird man wohl von den Vorgängen dort zuerst lesen/erfahren.

Realtimekommunikation galore. Sehr schön.

(Nur den Moderator beneide ich mal gar nicht.)

 

 

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7 Responses to “G8 – Spree8”

  1. ralphs sagt:

    Genua wiederholen? Wenn man sich das folgende Video anschaut, wird diese Aussage zur Übertreibung.

  2. marcel sagt:

    Ich sage ja nicht, dass es sich wiederholen wird. Ich sage nur, dass durch das Aufheizen der Gemüter im Vorfeld die Stimmung auf beiden Seiten mehr als angespannt ist und dass das eine Eskalation eher begünstigt.
    Es würde mich nicht wundern, wenn es zu größeren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten kommt. Das muss nicht so ausarten wie in Genua, könnte aber locker zu den härtesten Auseinandersetzungen seit damals führen.

  3. Adi sagt:

    aber warum kommt es denn zu den ausschreitungen zwischen polizei und demonstranten? weil die polizei mit ihrer präsenz am rand der anti-g8-demonstration “eskaliert”? so ein käse! ich könnte platzen, wenn ich mir diese linksautonomen hetzjagden im fernsehen ansehen muss! dieser scheiß macht so ziemlich alles an außenwirkung kaputt, was initiativen wie attac und co. bitter verdient hätten.
    immer diese elende gleichmacherei, das regt mich auf.
    oder glaubst du im ernst, die rechtlich zweifelhafte razzienserie sei der grund dafür, dass antifagruppen gezielte jagd auf polizisten betreiben? (oder andersrum: wären sie ohne razzia brav geblieben? ich war schon bei ein paar demos mit antifa-beteiligung dabei – ich denke da an die leipziger und berliner gruppen. die sind nicht wirklich witzig drauf.)

    und noch was zum thema “ungefiltert an die öffentlichkeit”: diese form der kommunikation ist zweifelsohne direkt und spannend. aber sie bringt dir keine objektive information, sondern nur stark eingeschränkte ausschnitte von det janze. das darfst du dabei nicht vergessen.

    so, genug gemeckert.

  4. marcel sagt:

    Hm? Von welchen linksautonomen Hetzjagden im TV sprichst Du? (Hab lange keine Nachrichten gesehen)

    Wenn ich gewußt hätte, wieviel Missverständnisse diese kleine Formulierung verursacht, hätt ich sie weggelassen.
    Wie dem auch sei:
    1. Wesentlich mehr Menschen werden wesentlich schlechtgelaunter nach Heiligendamm fahren aufgrund der Aktionen der Regierung vorher (das braut sich schon seit einer Weile zusammen). Viele, auch Gemäßigte fühlen sich (zu Recht) gegängelt von der Regierung. Ich meine nicht, dass 100.000 eigentlich Friedliche auf einmal mit Fackel und Mistgabel marodierend durch die Straßen ziehen werden. Ich sprach von einer ‘aufgeheizten Atmosphäre’. Ein Fass, das leichter überlaufen kann.

    2. “keine objektive Information”: Zeig mir, wo bei mir oder auch auf dem Spreeblick das Wort ‘objektiv’ fällt. Ernsthaft, zeig es mir. Niemand hat das gesagt, impliziert oder erwartet.
    Natürlich läuft so etwas subjektiv. Ich dachte, das müsste man nicht extra erwähnen. Denkst Du wirklich, ich würde das anders sehen?
    Da mir natürlich klar ist auf was Du hinwaus willst, ein was noch: In Zeitungen ist wesentlich weniger objektiv als es suggeriert wird. Das fällt einem besonders dann auf wenn man Artikel in Bereichen liest in denen man sich etwas besser auskennt als der Normalbürger. Das ist öfter haaresträubend als es sein dürfte. Deswegen: Lieber eine offen sich als Puzzlestück darstellende subjektive SMS auf Spree8 als ein gespielt objektiver Bericht in einer Tageszeitung, in dem bewußt Tatsachen unterschlagen oder in Nebensätzen unverhältnismäßig relativiert werden.

    Wissen woran man ist, hat auch seine Vorteile.

    (P.S.: Bevor jetzt wieder missverstanden wird: Natürlich ist eine solche Kurzmitteilung kein Ersatz für einen seitenlangen Bericht, sie kann aber in der Masse (und neben anderen Infoquellen) mehr zum Zusammensetzen des Puzzles für Einen selbst beitragen als beispielsweise der xte Artikel der sich wie die anderen davor auf Fakten aus _einer_ Agenturmeldung stützt, als Beispiel jetzt. Oder wenn er in der Welt erscheint. (Bin mir nicht sicher, ob ich mich nicht wieder missverständlich ausgedrückt habe. Ich sehe das als eine gute Ergänzung zur Berichterstattung, deren Nutzen man leicht unterschätzt wenn man es mit einem ‘pah, subjektiv!’ abtut.))

    (P.P.S.: Ich meinte eine grundlegende Zuspitzung der Situation, unabhängig von wem die Provokation ausgeht letztlich. Vielleicht kommt es ja auch nicht so weit. Wollen wir es hoffen.)

  5. Adi sagt:

    zu 1.
    das mag schon sein. so wie es aussieht, hat die heutige gewalt in rostock aber nicht in der allgemeinene unzufriedenheit, sondern in gezielten, geplanten und koordinierten gewaltzügen ihre ursache. damit will ich den sog. schwarzen block verurteilen, nicht etwa den ablauf des polizeieinsatzes rechtfertigen.
    zu 2.
    ich hab mir spree8 mal in ruhe angeguckt: fetzt!
    und dieses leidige “objektiv”-gefrötzel: mir ist völlig klar, dass es objektive medien nicht gibt. trotzdem bleiben die klassischen anbieter – zumindest für mich – bis auf weiteres unersätzlich. ein schönes beispiel heute: spiegel online. die haben zu rostock heute einen bericht drin (mit infos von dpa und ddp, geschrieben von zwei redakteuren), eine klasse fotostrecke von getty images und noch eine reportage dazu. das nenne ich qualitativ hochwertige berichterstattung. (du kennst ja meine meinung…)

  6. marcel sagt:

    Ach du grüne Neune. Der Artikel von mir erschien heute kurz nach Mittag. Hab heute noch gar keine Nachrichten gesehen und das Ganze ging bis eben an mir vorbei weil ich zu tun hatte.

    zu 1. kann ich da noch nix sagen, hab ich noch nichts zu gelesen. (Da kapselt man sich einmal vom Infofluß ab..)

    2. Das ist kein Gefrötzel. Außerdem hast _Du_ mit ‘objektiv’ angefangen. =)
    Unersätzlich? Warum gehen die Abos von fast jeder Tageszeitung und auch den meisten anderen Printerzeugnissen in der westlichen Welt dann kontinuierlich zurück oder bleiben maximal stabil? Darüber ließe sich ausführlich und vortrefflich diskutieren, aber das ist jetzt hier weder Zeit noch Ort dafür. (ich habe übrigens eine ziemlich gute Vorstellung davon wo es unweigerlich hingeheen wird, die Entwicklung ist absehbar und hat zB in den USA schon vor langem angefangen und ist dort schon viel weiter)

    SpOn als Beispiel guten Journalismus’ anzuführen ist aber..zumindest..gewagt.

    Fotostrecken werden übrigens hauptächlich gemacht, weil sie mit ihren unnötig forcierten KlickperFoto die PageImpressions hochtreiben (und damit Werbeeinnahmen, generell Statistiken beschönigen).
    Zu aktuellen Geschehnissen wirst Du übrigens mit Fotos in der Regel auch auf zB flickr regelrecht erschlagen, ohne dass Du permanent klicken musst und wenn doch dann bekommst Du eine wesentlich höhere Auflösung: http://flickr.com/search/?q=g8+&m=tags
    (gutes Beispiel übrigens für das Obsoletwerden von ehemaligen Journalistenhochburgen wie ‘Fotoreportagen/-strecken’)

  7. musiqua sagt:

    [...] hochwertige Berichterstattung bei SpOn, Adi? [...]

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