Mengenlehre leichtgemacht, Teil 2
// Oktober 30th, 2006 // 2 Comments » // netznetz
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// Oktober 30th, 2006 // 1 Comment » // Leben, Politail
Neulich erzählte mir ein Freund von einem Bekannten, der vor kurzem beim Leipziger Arbeitsamt bei der Leipziger Agentur für Arbeit angerufen hatte. In der Warteschleife, so erzählte der Bekannte, lief ein Stück von den Pet Shop Boys. Und zwar ‘Go West’.
Soll noch mal einer sagen, Beamte hätten keinen Humor.
// Oktober 29th, 2006 // No Comments » // Leben
Und dann sitzt du da und fängst an, nachzudenken. Und dann kommt dieser unausweichliche Moment. Dieser Moment, bei dem in Filmen leise im Hintergrund Streicher den langsameren Zuschauern verdeutlichen, dass dieser Moment wichtig ist. Dass es ein Moment der Entscheidung ist. Danach kommt dann vielleicht eine Collage der kommenden Aktionen oder ein Sprung über diese hinweg direkt zur Wirkung. Zur Befreiung des Protagonisten -von den äußeren Umständen oder den inneren, zur Katharsis vielleicht. Dabei ist diese übersprungene oder zumindest geraffte Zeit vielleicht die Schwierigste überhaupt. Denn erst dann zeigt sich, ob dieser Moment voller Pathos nur zu einer kurzfristigen, temporären Einsicht in die Dinge führte oder zur wahren, sie verändernden Erkenntnis. Zu einer Erkenntnis, die zwangsläufig zum Umschwenken führt. Dem konsequenten Umschwenken, das man erstmal durchhalten muss.
Und obwohl diese Zeit die Schwierigste ist, ist der Moment vor ihr an sich das Entscheidende. Denn er ist letztlich die Initialzündung selbst.
Lets bring it on.
Tags: kapitelende, kapitelanfang, herbstgedanken
// Oktober 26th, 2006 // 4 Comments » // Leben
Nicht einschlafen könnend liege ich in meinem Bett und starre an die Decke. Mein MP3-Player liegt neben mir. Ich höre nur ruhige, leicht deprimierende Musik an. Ein wenig Ablenkung vom Einschlafenmüssendiktat. Ich frage mich, wie ich jemals ohne die Möglichkeit, sofort und unmittelbar all meine Lieblingsmusik anhören zu können ohne das Bett oder welchen Ort auch immer verlassen zu müssen, leben konnte. Ich frage mich, wie ich jemals ohne Glenn Gould leben konnte. Ich frage mich, wie ich jemals ohne Kundera leben konnte. Wie ich jemals ohne dieses kleine schwarze Notizbuch leben konnte, das ich jetzt immer dabeihabe.
Irgendwann, irgendwann werde ich mich fragen, wie ich jemals ohne sie leben konnte.
Es wird nur sehr schwer vorstellbar sein.
// Oktober 24th, 2006 // 3 Comments » // It's Chemitz, innit, Leben
Am Freitag zu dieser Geburtstagsparty gewesen. Eine Party mit Motto: Prolo. Proletariat. Unterschicht. Prekariat- wie man neuerdings zu diskutieren pflegt. Nebenbei: was für eine unschöner Diskurs in den Medien dieser Tage. Anstatt über die Menschen, die sich in diesen Situationen befinden, zu sprechen und darüber nachzudenken, was man dagegen tun könnte, spricht man darüber, wie man diese Bevölkerungsgruppe jetzt nennen soll. Eine Metadiskussion! Über Sprache! Jungejunge. Hey, vielleicht kommt irgendwann mal noch jemand auf die Idee über das wirklich Entscheidende zu sprechen. Die Menschen, die es betrifft. Oder über -woah- die, die zu einem nicht ganz unwichtigen Teil dafür verantwortlich sind. Stichworte: vergangene und jetzige Regierung. Das wär ja mal ‘n Ding.
Aber kommen wir zurück zum Wochenende: Man zieht sich also rustikal an. Volksnah quasi. Wie jemand, der gern die Bildzeitung abonnieren würde, wenn man das könnte. Stammtischkompatibel.
Das sieht dann ungefähr so aus:

2 Marcels auf Abwegen
Oder so:

Gangs of Chemnitz
Im Großen und Ganzen eine sehr lustige Sache. Unschön nur, dass mal wieder die Spießigkeit eines Großteils der Indieszene an diesem Abend sehr stichhaltig unter Beweis gestellt werden mußte. Nur ungefähr ein Drittel der Gäste hat sich an das Motto der Party gehalten. Der Rest hatte, wie es ein Freund von mir ausdrückte, schlicht “keinen Mut zur Hässlichkeit”.
Schade.
Weitere Bilder von der Party gibt’s hier (Hinweis: getrost die dort gestellte Frage ignorieren).
Am Samstag dann ging es auf diese feine Veranstaltung. Wieder Mottoparty angesagt. Anzug rangezwirbelt und ab dafür. 40er/50er-Jahre-Jazz, ein volles Haus, feinstens rausgeputzte Menschen, Frauen zum Tanzen auffordern, wunderbar! Päarchentanz! Ich werde vielleicht alt, aber ich fand’s toll. Eine ganz neue Welt des Tanzens hat sich mir da eröffnet. Doofes alleiniges Rumgecocoone auf der Tanzfläche kann da nur bedingt mithalten (Ja gut, beides zielt jeweils auf eine andere Art von Erfahrung, eine andere Art der Musik/Partyrezeption ab. Aber ernsthaft, was das Zwischenmenschliche, was dieses Je-ne-sais-quoi-in-der-Luft angeht, hands down, diese Art des Tanzen gewinnt.). Feiern zu Jazz, dass ich das noch erleben darf. Nur dass ich das Lebendbuffet verpasst habe, missfiel mir etwas. Nunja, man kann wohl nicht alles haben.
Übrigens: Dieses Wochenende war auf dem Vierten Schnauzer-Weekend . Man stelle sich meine Belustigung vor, als ich das Samstagnachmittag im Videotext las*.
Welch amüsante Koinzidenz!
Tags: schnauzermania, pornröschen
*Aufmerksame Leser, die hier nicht nur alles lesen, nein, sondern auch mitdenken, werden etwas verwundert sein. Aufklärung: Auch wenn ich dieses Massenmedium vor..einiger Zeit (erfolgreich) gekündigt habe, hat man es mir noch nicht abgeklemmt. Wer bin ich denn, dass ich mich darüber beschweren würde.
// Oktober 18th, 2006 // 1 Comment » // Bewegte Bilder, Denken, Leben, netznetz
Als ich letzten Samstag nach dem Mitfreundenimcafeinderkneipesitzen auf dem Heimweg war, dachte ich mir ‘Hahumm, noch gar nicht spät, ich werd mir jetzt noch ‘The Deer Hunter’ reinziehen.’
Zuhause dann war ich der Meinung, dass mir das doch zu lang gehen würde und ich entschied mich dafür, stattdessen eine weitere Folge der grandiosen Serie ‘The West Wing‘ anzuschauen. (Nebenbei: ‘The West Wing’ zählt zum Besten, was ich jemals über meine Flimmerkiste hab strahlen gesehen. Diese Serie rund um eine fiktive US-Administration mit Martin Sheen als President ist intelligent geschrieben, großartig gespielt und behandelt politische und auch generell gesellschaftliche Themen mit viel Gefühl für Drama, Tiefgang und Storytelling ohne die gewisse Prise Humor zu kurz kommen zu lassen. DAbei ist die Serie extrem links eingestellt. Und das glücklicherweise im Oldschool-Left-Stil. Heißt: Man ist nicht der Meinung, dass man recht hat allein aus dem Grund heraus, weil man sich selbst als links sieht und einordnet (wie es heute leider bei Vielen der Fall ist), sondern man setzt sich auch intensiv und ehrlich mit konservativen Argumenten auseinander. Die dann natürlich auch ab und an die Oberhand gewinnen. Erfinder und Hauptdrehbuchautor Aaron Sorkin hat mit den ersten Staffeln (Ich bin gerade in der 3. von 7) ein TV-Meisterwerk geschaffen. Da gibt’s nichts dran zu rütteln. Da verwundert es nicht, dass die Serie mit Preisen regelrecht überhäuft wurde . Obwohl als Nicht-Nativespeaker nicht immer leicht zu verstehen, kann ich die Serie deswegen nur jedem wärmstens ans Herz legen. Nicht zuletzt weil man hier zum Teil sehr genau vorgeführt bekommt wie die amerikanische Gesellschaft in wichtigen (außen-)politischen Sachfragen denkt und fühlt. Und, ach ja: Diese Serie anzuschauen, macht soviel Spaß, das man glatt süchtig danach werden könnte.)
Nachdem ich mir Samstagnacht meine Dosis ‘The West Wing’ verabreicht hatte, kam ich ins Grübeln. ‘Wie genial, diese Befreiung vom Live-TV’, dachte ich. Und ‘Unsere Kinder und Kindeskinder werden uns dereinst fragen, wie wir damit leben konnten, uns vorschreiben zu lassen, wann wir was anzuschauen haben’. Na gut, letzteres habe ich zumindest nicht wortwörtlich so gedacht- ich bin doch kein Freak. Aber nichtsdestotrotzig, die Veränderungen sind da und sie werden nicht mehr weggehen. Im Gegenteil, immer mehr Menschen werden davon Gebrauch machen. Es ist, als gebe es x TV-Sender von denen y TV-Sender die Serie zeigen, die man gerade anschauen will, und ein Sender davon genau gerade die Folge zeigt, die man sehen will. Gut, man kann nicht auf Pause drücken aber dafür wären ja dann die Werbepausen da. So eine Welt würde den Verantwortlichen in der Old-TV-Welt sicher gefallen. Den Konsumenten mehr Freiraum, aber immer noch die volle Kontrolle im Haus der Old-TV-Sender. Es ist übrigens erstaunlich, wie schnell eine Episode von ca. 42 Minuten rum ist, wenn sie nicht mit Werbepausen auf 60 Minuten aufgebläht wird. Da kann man dann auch mal ungestraft ‘Hach, da guck ich jetzt noch eine’ denken.
Wäre ich ein Verantwortlicher in der Contentindustrie (eigentlich müsste man schreiben Contentverwertungsindustrie) und würde ich dann nur halb so viel wie ich in letzter Zeit über die anstehenden Umwälzungen nachdenken, welche auf jede Form der Contentverwertung zukommen werden, mir würde der Arsch so gehörig auf Grundeis gehen. Man würde mich überall nur noch als ‘Eskimo-Ass’ kennen.
Denn Umwälzungen werden in diesem Falle immer auch mit Plattwalzungen verbunden sein.
Als ich diesen Text schrieb, lauschte ich freier Musik die unter einer CC-Lizenz veröffentlicht wurde, welche das Tauschen und Verbreiten explizit erlaubt.
Tags: west wing, tv, contentindustrie, zukunft, veränderung, unddavonnichtzuwenig
// Oktober 17th, 2006 // No Comments » // Politail, netznetz
“”Wenn beim Provider die Daten vorhanden sind, kann man sie auch für die Verfolgung von Copyright-Verstößen nutzen.” Wer sich im Netz bewege, könne nicht davon ausgehen, “immer inkognito zu sein”.” -Als Nächstes fallen: Postgeheimnis, Unverletzlichkeit der Wohnung und, wenn wir eben mal dabei sind, noch das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. yay, sicher wir sind dann. Vor Demokratie und Freiheit.
Original post by marcel and software by Elliott Back
EDIT:
erks, war grad ein Test eines neuen Plugins, der nicht ganz so verlief wie gedacht. Ich bezog mich übrigens auf diese Meldung (die man dummerweise hinter meinem Namen oben findet):
// Oktober 16th, 2006 // 8 Comments » // Leben
Okay, hier mal eine Frage an meine hochgeschätzte Leserschaft: Was ist eigentlich der gesellschaftliche Konsens darüber, ab wann es zu spät ist, noch jemanden anzurufen?
Eben wollte ich noch mit einer Person reden. Um Acht nicht rangegangen. Und jetzt kurz vor zehn angerufen, war da besetzt. Setz ich mich also hin und schau weiter die bei mir gerade aktuell laufende Episode von “The West Wing”*. Und dann viertel elf wollte ich noch einmal anrufen. Aber dann dachte ich, Mooment. Was wenn sie schon zu Bett gegangen ist? Kann man denn um diese Zeit noch anrufen, ohne zu provozieren?** Wo liegt die Grenze? Nicht ganz ohne, dieses Fragenkonstrukt.
Fies: Je länger man in so einer Situation darüber nachdenkt, desto später wird es und damit desto prekärer und verfahrener die ganze Situation. ‘Holy christ on a bike goddamn it!’denkend rutscht man dann von einer Arschbacke auf die andere und zergrübelt sich die Stirn. Nicht ohne dabei im Sekundentakt anklagend auf die Armbanduhr zu starren.
Heutzutage hilft Unentschlossenen, nicht nur in dieser Situation, nur noch eins: die Technik. Man schreibt eine SMS. Gesegnet sei die asynchrone Kommunikation.
*später dazu mehr
–
**NACHTRAG: Man kann. Man kann sogar eine ganze Stunde um diese Zeit vertelefonieren. Schichtdienst macht’s möglich, eh. <freudefreude>
// Oktober 15th, 2006 // No Comments » // Musik, Baby!
tom cruise scares me,
how about you?
He shouldn’t be that scary
He’s only five foot two
// Oktober 14th, 2006 // 3 Comments » // Leben, netznetz
Eben habe ich mir hier einige Folgen Scrubs angeschaut. Und dann in 4×08, folgender Satz:
I think, the easiest way to lose something is to want it too badly.
Das Schwierigste ist (für mich) immer der Drahtseilakt am Anfang. Zwischen zuviel und zu wenig Interesse zeigen, und haben. In letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass ich das Feingefühl dafür irgendwann verloren habe. Wenn ich es denn jemals gehabt habe.
Aber vielleicht gehört das auch dazu, diese ewige Ungewissheit.
// Oktober 13th, 2006 // No Comments » // netznetz
The architecture of Web 2.0, however, is about people giving away their stuff
i.e. “sharing”. Whether its a well-written blog post, or photos uploaded onto
Flickr, or videos uploaded onto YouTube, the act of you giving is every bit as
important as people other people receiving. This is why the number of blog
readers isn’t that much larger than the number of blog writers. Writing is as
important as reading. Giving is as important as taking.
Suddenly for the first time in history, the world’s most powerful form of
media is about giving, not taking. The implications are vast.
// Oktober 12th, 2006 // No Comments » // netznetz
Schon immer mal zuschauen wollen, wie eine Frau gezeichnet wird, und dabei beim Skelett angefangen man sich dann bis zum angezogenenen Sujet vorarbeitet? Ich auch nicht.
Trotzdem sehr sehenswert: a woman from inside out
Angefangen bei den Knochen arbeitet sich der Zeichner über nackisch und Unterwäsche zum Ziel vor. Nicht ohne ab und an Unnötiges wegzuradieren. Ich wünschte, ich könnte so zeichnen. Aber ich wünschte auch, ich könnte singen. Und Weltfrieden. Was findet man eigentlich in den Gelben Seiten unter ‘F’? Sollte ich da mal nachschauen?
// Oktober 12th, 2006 // No Comments » // Leben
Wie soll man sich bitteschön konzentrieren wenn neben einem jemand mit seiner Tastatur “Adler und Wiese” spielt?
// Oktober 11th, 2006 // No Comments » // Leben, Politail, netznetz
Äußerst lesenswertes Interview mit Stephen Colbert im New York Magazine.
(via tvsquad)