// April 26th, 2006 // 1 Comment » // Musik, Baby!
Wie dem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein dürfte, war ich am Samstag zu Mouse On Mars in Berlin. Was soll ich sagen. Twas feckin great to say the least. Die beste Party seit Jahren, die ich das Glück hatte miterleben zu dürfen. Woohoo, you know.
Nachdem die letzten Parties, auf denen ich war, entweder grausige Großveranstaltungen, die mehr Drogenwerbemaßnahme denn etwas anderes waren, oder dusselige lokale Technoparties auf Jugendclubpartyniveau die sich wie Ninetieshitsparties gerierten (die legitimen Nachfolger der Achtzigerdisse?), gewesen sind, bin ich endlich wieder mal auf einer Party gewesen, die mich glücklich gemacht hat.* Auch hat mir das mal wieder gezeigt, wie unterirdisch eigentlich das Niveau auf den Parties ist, auf denen ich sonst vor mich hinvegeteriere mich hinschleifen lasse und dann dort darüber sinniere ob es wohl eine bessere Welt gibt. Irgendwo. Nun, es gibt sie, und sie befindet sich zum Beispiel auf der Tanzfläche während eines Mouse On Mars Sets. The infamous Lars-with-the-shorts und ich, wir sind ausgerastet als gäbe es keinen Morgen (Schade, dass der Rest der Gang geschwächelt hat).
Mouse on Mars sind meiner Meinung nach ja sowieso spätestens seit dem 99er Niun Niggung unsterblich (Allein das darauf befindliche distroia lässt z.B. immer noch 90% des die folgenden 7 Jahre erschienenen Breakcore-Gedöns mit dessen ganzen postpubertären Gehabe ziemlich alt aussehen wenns um “Jetzt machen wir hier mal richtig böse” geht. Von den ganzen restlichen Kleinoden auf dem Album ganz zu schweigen. Hier waren Meister am Werk.). Da geht man dann mit hohen Erwartungen an so einen Auftritt heran. Zumal ich zusätzlich zur Zeit noch “Vorgemischte Welt” lese, ein Buch über Musiktheorie und blah bei dem Jan St. Werner (seineszeichen eine Hälfte von Mouse On Mars) Co-Autor ist, und mir dessen Gedanken dadurch zusätzlich noch durch meinen Kopf surren- von denen ich nebenbei bemerkt sichtlich beeindruckt bin (Und mich auch freue, meine eigenen Gedanken da zum Teil wiederzufinden.).**
Tja, hohe Erwartungen.. und dann ein sie übertreffendes Set, das mehr nach vorn geht als Techno, eben weil es keins ist, das interessanter und strukturaufreißender ist als Breakcore, eben weil es kein Breakcore ist, eine Musik, die nicht krampfhaft irgendwo dazugehören will und ich mich ihr gerade deshalb verbunden fühle, weil sie dadurch in Bereiche vordringt, von denen andere nicht einmal was wissen- woobabaloo, Baby!
Fantastische Musik, und dann noch ein Publikum mit einem Durchschnittsalter von, na, ich sag mal, 22. Äußerst nett. Lars und ich ganz vorn, und um uns rum (fast) nur Frauen. Da freut sich der Marcel.
Die Euphorie ist wieder da.
Fotos werd ich posten, sobald ich sie erbeutet habe.
Auch wenn ich etwas gegen myspace habe -schlicht weil es dem Teufel persönlich, Rupert Murdoch, gehört-, hier ausnahmsweise mal eine myspace-Seite, die Mouse On Mars Seite auf myspace, auf der man drei Tracks und einen Remix vorhören kann. Lars, weißte noch, was los war als actionist respoke kam? :)
*Gibt es schon einen Guinnessbucheintrag für Schachtelsätze?
** Da fällt mir ein, dass ich schon lang einen Beitrag darüber mal machen wollte, was sich so alles neben meinem Bett stapelt. Das wird nämlich immer mehr. Nur die Zeit fehlt- auch für den die Stapel übrigens. Was mich wiederum dazu bringt, dass die eigentliche, die harte, Währung der ‘Postmoderne’ (Ha!) die Zeit ist. Einzig die Zeit.
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