Archive for März, 2006

Erinnerung: heute Podiumsdiskussion in Chemnitz

// März 31st, 2006 // 2 Comments » // It's Chemitz, innit

Im Rahmen der Chemnitzer Medientage findet heute abend, wie bereits erwähnt, eine Podiumsdiskussion zum Thema ‘Medien und Wirklichkeit’ statt. Und zwar im TaC (Studentenclub in der Mensa). Dabei u.a. Don Alphonso, Blogger & Journalist, Müller-Jahns von Brisant, Tschung MoPo Sachsen und weitere.

Also Chemnitzer, get your lazy asses out of yer seats.
Icke werd da sein, wa.

bananarama

// März 31st, 2006 // 1 Comment » // Leben

note to self: Eine Banane zum Frühstück hält nicht lange vor. So gehst du mir nicht wieder aus dem Haus!

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// März 31st, 2006 // No Comments » // Leben

weißwein. gould. einsames vorsichhindenken.
und die welt ist eine andere. es muss tausende geben.und eine ist meine.wo bist du
unvollständigkeit2.0 (aber wenigstens woanders)

(g spielt jsb concerto in d minor und jemand freut sich)

-(

// März 30th, 2006 // No Comments » // Leben

Jedes Mal wenn ich in das Dorf zurückfahre, in dem ich aufgewachsen bin, kommt mir ein Gedanke denn ich nicht loswerde, der mich verfolgt. ‘Wenn du jetzt noch hier wohnen würdest, dann wärst du in psychiatrischer Behandlung. Im günstigsten Fall.’
Das hat viele Gründe, zum Einen offensichtliche, zum Anderen so private, dass nur ich sie kenne.

Gott, ich bin so deprimiert. Es ist deprimierend.

Die Abmahnie geht weiter

// März 30th, 2006 // No Comments » // netznetz

Transparency International Deutschland hat so eben das Handtuch geworfen. ‘Moni’ hat einen juristischen Sieg gegen die Abmahner von TI-D errungen. Das ändert aber scheinbar nichts daran:

Die Abmahnie geht weiter:
Ein Blogger berichtet über seine negativen Erfahrungen mit dem Unternehmen Flyerpilot (und nochmal als mirror hier) und bekommt Post von deren Anwalt. Der meint unter anderem auch:

Die Anmeldung und Bewerbung Ihrer privaten Homepage
unter dem Suchbegriff „f.“ bei Suchmaschinen ist rechtswidrig. Wir
fordern die Beseitigung der Einträge unter dem Suchbegriff „f.“.

[..]

Potentielle positive Beiträge würden so weit unten verschwinden, dass die meisten Lesern sie gar nicht mehr zu Gesicht bekämen.

Ja hallo? Noch ganz knusper im Gebäck? Die Anwälte haben nach eigenen Aussagen auch Google Deutschland angeschrieben um zu erfahren wieso das Blog soweit oben im Ranking ist. Die Mitarbeiter von Google Dtl. werden das wahrscheinlich gar nicht beantworten weil sie es für einen verfrühten Aprilscherz halten werden. Seit wann lesen sich Anwälte eigentlich nicht einmal mehr ansatzweise in die Thematik ein, die ihr aktuelles Mandat betrifft? Wird schon niemand merken, wie?

Thomas Knüwer vom Handelsblatt spricht von ‘geistigen Tieffliegern’ und vermutet konsterniert:

Scheinbar ist in ganz Wirtschaftsdeuschland die Abmahnung das noch
einzig bekannte Kommunikationsmittel mit Kunden und Kritikern.

I moag ni mehr.

Gespräche, Teil II

// März 30th, 2006 // 2 Comments » // Leben

heute: in ‘er Kneipe, in der die ganze Zeit im Hintergrund Schlager läuft.

Bezugnehmend auf den gerade laufenden Schlagertext:
“Ich hatt mal was mit ner Sandy. Aber wer hatte das nicht..”
“Ja, oder mit ner Monique, Mandy, Jaqueline..”
“Doreen..”
..

Das wird jetzt nicht Jeder hier verstehen. Regionalhumor.

Samplitude for free (or not)

// März 29th, 2006 // No Comments » // Musik, Baby!

Die Sequenzersoftware Samplitude, in Sachen Audio in Augen vieler noch vor ProTools, wird in der kommenden Keysausgabe in einer abgespeckten Version mitgeliefert. Die Features sehen laut kvraudio.com wie folgt aus:

- Up to 48 audio-tracks.
- Unlimited number of MIDI-tracks.
- VST2 support.
- Rewire support.
- Vocoder.
- Amp simulation.
- Tempo delay.
- Compressor/limiter section.
- and much more.

Das ist fucking heftig. Ich hab nen Batzen Kohle dafür hingelegt. Gut, die geradezu sensationell guten Vintage-Plugins von Samplitude fehlen. Und auch die Möglichkeit, aus dem Projekt direkt auf CD brennen zu können, fehlt. Aber nichtsdestotrotz ist das Ganze, nun ja, für jemanden der dafür bezahlt doch ein zweischneidiges Schwert. Für das Geld hätte ich Einen drauf machen können, mit Blackjack und Nutten!

Wieauchimmer, werd mir die Keys holen. Man weiß ja nie wofür man so ne Freeversion mal gebrauchen kann. Und es sollen wohl auch ne Menge Tips und Tricks mit drin sein, in dem Heft. Auch wenn ich, so wie ich die Keys einschätze, die meisten eh schon kennen werde.

Jeder Musiker, der in irgendeiner Weise mit DAWs zu tun hat, sollte sich also die kommende Keys 05/06 zulegen. So viel Leistung für so wenig Geld gibts erst wieder nächste Dekade.

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Funkatekk auf hippocamp

// März 29th, 2006 // No Comments » // In eigener Sache, Musik, Baby!

Okay, das Hippocamprelease von dem ich bereits sprach, ist seit 5 Tagen online.
Hier gehts zur Seite des Releases: Hippocamp HC160
Funkatekk (also meinereiner) ist auf der b-Seite (harrrharrr)-14b um genau zu sein.
Infotext:

Kams made a track called Bassmunter – whacked the audio files that lied therein on the interweb and asked his friends from the Hippocamp and No-Future forums to remix him. Lots of people did.
They’re all really good.”Its a bit like being in a really big band without having to battle to stand at the front and get your part the loudest in the mix” said Kams. Although never having been in a proper band, he only assume this to be true.
“I feel I know each of the artists a little better and more personally – but the great thing about the internet is you don’t actually need any social skills to interact with people anymore, I feel this Hippocamp release is a celebration of that”

Hats off to all contributors. Socks off to Decadnids @ Hermetech (link) for hosting the remix files and trousers off to Jon Fisher for Hippocamp.

For reference the remix page (samples n’ all) is at kams.hermetech.net. Feel free to crack one out.

21 Tracks sind es geworden. Alle Remixe des Tracks, dessen Samples man wie beschrieben auf kams.hermetech.net finden kann.
Ich habe bis jetzt alle erst einmal angehört, aber Lieblingstracks bis jetzt sind u.A. von Spandex und ultrafeotus. Sehr feine Sachen dabei.
Den ersten Remix, den ich gemacht habe und versprochen hatte, hier noch zu posten, werde ich noch online stellen, wenn ich die Zeit dazu finde.

Der Geist ist willig, nur die Zeit ist rar.

Transparency International Deutschland mag nicht transparent sein

// März 29th, 2006 // 2 Comments » // Politail, netznetz

Nach Euroweb wollte jetzt Transparency International Deutschland (TI-D) herausfinden, was wohl so passiert, wenn man ungerechtfertigterweise einer bloggenden Person den Mund verbieten will.
Was war geschehen? In Kurzform: Eine Bloggerin, ‘Moni’ vom gedankenträger, berichtete im Januar darüber wie ihre Freundin entlassen wurde weil sie bei Neuverhandlungen zu viel Gehalt verlangte. Der Anwalt von TI-D hatte ‘Moni’ nun vergangenes Wochenende angeschrieben und ihr mit Klage gedroht und aufgefordert, den Eintrag zu entfernen. Das Perfide: Die Frist endete am Sonntag, womit es der Bloggerin wahrscheinlich nahezu unmöglich gemacht werden sollte, rechtlichen Beistand zu finden (den Brief findet man noch hier). ‘Moni’ entfernte am Sonntag den ursprünglichen Eintrag, veröffentlichte aberdie Kommunikation mit dem Anwalt von TI-D, die Taz spricht ganz  richtig von Transparenz -die wenigstens von einer Seite gepflegt wird-. Auch daran störte sich der Anwalt wieder und meinte mit der veröffentlichten mail sein Urheberrecht verletzt zu sehen(!).
Zur Zeit sieht es so aus, als wenn jetzt von Seiten TI-Ds die ganze Sache einfach ausgesessen werden soll. Bloggerin beschuldigt. Hat nix gebracht. Stillschweigen drüber und gut. Soviel zur Transparenz. (Siehe hierzu die sz. Und Don Alphonsos Aussage, dass das jetzt ein bisschen wenig sei, der ich mich anschliesse)

Etwas ausführlicher ist das Ganze noch mal bei neun12.de nachzulesen.
Oder in einem Interview mit der Bloggerin in der netzeitung (das Gleiche bei n24.de)

tagesschau.de als verlängerter Arm der TI-D PR-Maschinerie?

Nun hat die Tagesschau ebenfalls einen Artikel über diese Thematik geschrieben:

Die Fakten überprüft oder sich wie professionelle Journalisten mit
Transparency International als Gegenseite in Verbindung gesetzt hatten
die privaten Blogbetreiber dabei meist nicht.

In dem Satz fehlte ursprünglich das ‘meist’ -das wurde nach Hinweisen von Bloggern später eingefügt. Wer die Fakten hier nicht überprüft hatte, waren nämlich die Journalisten von tagesschau.de. Es hatten tatsächlich Einige Kontakt mit TI-D aufgenommen, und einige wenige bekamen sogar eine (nichtssagende Standard-)antwort. Peinlich, wenn man genau den Fehler begeht, den man Anderen vorwirft.  Besonders wenn es sich um den Vorwurf selbst handelt.  Und warum bleibt dieser  Satz, um ein ‘meist’ erweitert, stehen? Sollen etwa alle Blogger mit TI-D Kontakt aufnehmen um ihre Integrität wahren zu können? Und dann warten mit dem Posten bis die Antwort da ist? Das würde wohl Organisationen, wie TI-D in diesem Falle, gefallen. Nein, man kann dem einen oder anderen Blogger vertrauen, wenn sie die erhaltenen (Standard-)antworten posten. Da muss sich nicht jeder erst selbst ransetzen. Und so wie es zur Zeit aussieht, entwickle ich da mehr Vertrauen in einige der Blogger als zu tagesschau.de. So weit ist es schon gekommen. Blogger finden übrigens auch raus, wenn man für die eigene PR-Arbeit unabhängige Medien missbraucht indem man die Netzwerke dahinter ausnutzt. Ist das nicht auch etwas, wogegen TI-D  offiziell vorgeht? Ist ja  ein bisschen  intransparent, das Ganze.
Eieiei.

Gelebte Meinungsfreiheit

Die Internetöffentlichkeit ist längst von den Blogs übernommen wurden, mit Google als Gehilfen, wie man jetzt wieder deutlich sehen kann -man gebe mal “transparency international” bei google ein und beachte den 4. Eintrag. Die gelebte Meinungsfreiheit. Etwas wofür ja auch TI-D steht. Und ausgerechnet daran werden sie sich jetzt die Zähne ausbeißen. Schadenfreude? Nein, eher Frust ob der Erkenntnis wie Mitarbeiter einer vornehmlich für eine gute Sache kämpfenden Nichtregierungsorganisation Bigotterie an den  Tag legen, das es eine wahre Pracht ist einfach nur traurig ist (Wie wäre es statt mit Drohungen mit einer klärenden Stellungnahme
gewesen? Kommunikation, Transparenz? oder jetzt wenigstens
Deeskalationsmanagement, eine Entschuldigung bei Moni..). In dem Zusammenhang auch erwähnenswert, dass das whistleblowing, gegen das man hier vorgeht, bei Anderen explizit erwünscht ist! Bei allen, nur nicht bei uns bitte. B-I-G-O-T-T-E-R-I-E.
Hatte ich schon erwähnt, dass der Anwalt auch gleichzeitig der Ethikbeauftragte von TI-D ist?

Man wird das dumpfe Gefühl nicht los, dass diese Handhabe, mit der Anwaltskeule auf rechtlich nicht bewanderte und finanziell unterlegene Bürger einzuprügeln wenn einem etwas nicht passt, längst Gang und Gebe geworden ist. Wenn selbst eine Organisation wie Transparency International so handelt, dann scheint es früher lediglich so gewesen zu sein, dass man einfach von diesen Vorgängen nichts erfahren hat. Die Keule also effizient war. Ohne das rasche Verlinken der Blogs und die damit einhergehende effiziente Verbreitung von solchen brisanten Informationen, wäre auch dieser Fall untergegangen. Ich wette, dass noch vor 3 oder 4 Jahren ‘Moni’ zwar den Anwaltsbrief auf ihre Seite hätte setzen können, es aber kaum jemand zur Kenntnis genommen hätte. Da wäre wesentlich mehr Glück von nöten gewesen, um so eine Öffentlichkeit zu erreichen.
Kann also durchaus sein, dass TI-D mit diesem Pr-Gau eine Art Präzedenzfall liefert, der später mal in jedem deutschen PR-Lehrbuch stehen wird. Unter der Rubrik: “So nicht mehr. Die Zeit ist vorbei.”

Die Macht der Blogger

Wer nun meint, die (deutschen) Blogger springen schnell auf jeden Zug auf, der sich ihnen bietet und das nächste Mal könne es eben auch den Falschen treffen, dem mag ich nur erwidern, dass die Selbstkontrolle der ‘Blogosphäre’ (dusseliges Wort) stark genug sein wird eine Welle gegen den Falschen zu ersticken bevor sie groß wird (Selbst jetzt gibt es kritische Stimmen, die mMn aber in diesem Fall unbegründet sind). Sollte es wirklich mal zu so einem Fehlschuß kommen, wird sich schnell die Spreu vom Weizen trennen. Eine sehr dynamische Meinungsbildung zeichnet Blogs ja gerade den alten Medien gegenüber aus. Wie man eben auch jetzt wieder sehen konnte. Man sollte nämlich bedenken, dass die meisten Kritiker von TI-D eigentlich auf der Seite dieser Organisation stehen. Das sind hier keine gegenüberliegenden politischen Lager, die aufeinander losgegangen sind. Zumindest was die Aussendarstellung von TI-D angeht. Denn anscheinend gehen die Vorstellungen, was das Eine oder Andere betrifft, doch mehr auseinander, als man vor einer Woche noch geglaubt hätte..

Don Alphonso, Blogger und Journalist, wird diesen Freitag im Rahmen der Chemnitzer Medientage an einer Podiumsdiskussion im TaC (dem Studentenclub in der Chemnitzer Mensa) teilnehmen und kündigte bereits an, auch dieses Thema ansprechen zu wollen. Das wird interessant. Ich werde hingehen und würde mich freuen, wenn ich Einige von Euch dort auch antreffen würde.

Und in Zukunft mag ich nicht mehr ständig über so unerfreuliche Dinge schreiben. Das wird langsam nervig. Hoffentlich setzen bald die Lernprozesse bei den Abmahnwütigen ein. Denn viel lieber würde ich mich hier guter Musik, guten Büchern und guten Filmen widmen. Noch jemand außer mir Malicks ‘The new world’ gesehen? Hach, war der schön..

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Stanislaw Lem ist tot

// März 28th, 2006 // No Comments » // Lesen macht sexy

Stanislaw Lem, einer der wenigen ernstzunehmenden Science-Fiction Romanciers (mir ist bis jetzt noch kein Weiterer untergekommen), ist gestern gestorben.

May he rest in peace.

Stansilav Lem auf Wikipedia
Googlenews

Cordhosula

// März 27th, 2006 // No Comments » // Lesen macht sexy, netznetz

Eine Geschichte von zwischenmenschlichen Verirrungen und -wirrungen.

Man könnte meinen, Männer wollen ja eh immer nur das Eine. Man könnte aber auch entgegnen, dass Frauen das durchaus bekannt ist und sie es geschickt für ihre Zwecke zu missbrauchen einzusetzen wissen. Die Geschlechter halt.

Dann doch lieber mit Scherengeklapper und in der Beuge um die Angebetete(n) am Strand rumtanzen, oder? Oder?

P.S.: Titel ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Sondern auf dem eines Kommentators von poodlepop.

Southpark- Scientologyepisode

// März 26th, 2006 // 2 Comments » // Bewegte Bilder, netznetz

Auf youtube kann man zur Zeit noch die in den USA leider nie zur Ausstrahlung gekommene* Scientologyfolge von Southpark anschauen.
“This episode was banned from T.V. by Tom Cruise himself!”, man beachte in diesem Zusammenhang das Ende. Äußerst amüsant.

Lange wird das Video da aber bestimmt nicht bleiben. Leider.

via netzpolitik.org

*Doofer Marcel, wurde natürlich ausgestrahlt. Einmal. ComedyCentral hat eine Wiederholung allerdings abgelehnt-> SpOn dazu. Wahrscheinlich weil Tom Cruise nicht aus dem Wandschrank kommen will.

Bye bye, Musikindustrie

// März 24th, 2006 // 5 Comments » // Leben, Musik, Baby!, Politail, netznetz

Von Eurer Musik interessiert mich maximal noch Euer Backkatalog (Coltrane, Davis, Prince und wie sie alle heißen mögen, wobei -kurz nachgeschaut- beide Erstere sowieso von den Majorlabels nicht mehr beachtet werden), und den hol ich mir höchstens noch Secondhand -no more money for you vampires. Und auch die, die immer noch bereit sind, für den Schrott Geld auszugeben, den Ihr Neuveröffentlichungen nennt, nun, auch die werden irgendwann das Weite suchen (Spätestens dann, wenn der erste DRM-Tonträger den eigenen Player lahmlegt). Aber mich könnt Ihr nicht mehr kriminalisieren und drangsalieren, denn ich bin nicht länger Eurer Kunde. Und werde es auch nicht wieder werden. Und dass die Bundesregierung auf Euer Drängen den Entwurf eines Gesetzes beschließt, das vor jedem anderen Hintergrund aufgrund der massiven und völlig unverhältnismäßigen Verletzung von Grundrechten keine Chance hätte und Euch zu Handlungen ermächtigen wird, vor denen es mir jetzt schon graut, das  bringt das letzte Puzzlestück mit sich, um ein rundes Bild Eures längst völlig zerdepperten Images zu vollenden.

Die Musikindustrie darf ungestraft auf meinem Rechner mittels eines Rootkits rumfummeln, sie darf Dateien löschen, verändern und verschieben, sie darf die Sicherheit meines Computers in Frage stellen und demnächst darf sie dann auch noch, am Staatsanwalt vorbei, mal auf Verdacht IP Adressen abfragen. Damit hat die Musikindustrie Befugnisse, die man schon bei einem Staat kritisch betrachtet.

Dummerweise wird die Musikindustrie, sollte sie Zugang zu den Providerdaten erlangen, zu einer sehr gut informierten Drückerkolonne. Das ist auch eigentlich das, was mich am meisten stört. Dass eine Firma plötzlich Dinge darf, die in Deutschland der Staatsanwalt nur in Ausnahmefällen darf. Hier wird ein Fass ohne Boden aufgemacht, denn andere Industriezweige werden die gleiche Rechte für sich reklamieren.

(Don Dahlmann)

Dass dieses von der Bundesregierung beabsichtigte Gesetz und deren  Rechtsverständnis diesbetreffend offensichtlich so was von unfassbar daneben und völlig abseits der Realität oder irgendeiner Angemessenheit ist, dass es Kopfschmerzen bereitet, darauf werde ich hier jetzt nicht näher eingehen, da ich sonst Gefahr laufe vor Wut meine Tastatur zu zerbeißen. Stattdessen verlange ich von jedem einzelnen meiner Leser diesen grandiosen Artikel von Björn hierzu zu lesen. Auszüge:

..werden hier einer Privatindustrie Rechte eingeräumt, die ich nicht mal meiner Regierung einräumen würde. In Zukunft sollen Provider, im Zuge eines anderen Gesetzes, auf Verdacht und Anfrage die IP-Adressen von Internetnutzern an die Musikindustrie aushändigen? Ja, jetzt mal im Ernst: Hackt’s denn?

Passt natürlich ins Bild. Ein mir bekannter Polizeibeamter erzählte mir letztes Jahr von einem Fall, in dem ein Rechner auf Gerichtsbeschluss beschlagnahmt wurde. Ursache für diese Beschlagnahmung? Begründeter Ausgangsverdacht. Basierend auf einem anonymen Anruf, dass der Angezeigte “illegale Dateien” auf seinem Rechner habe. Mehr nicht. So geht Rechtsstaat.

[..]Wenn man hier dann auch noch, wie Frau Zypries dies allen Ernstes tut, von einem “notwendigen Kompromiss zwischen dem geistigen Eigentum und der Wissensgesellschaft sowie den Interessen von Industrie und Verbrauchern” spricht, dann ist das nicht nur dummdreist, das ist schon offensive Verarsche. Während die Industrie einen Blankoscheck erhält, mir weiterhin Rootkits auf die Platte knallen und wahrscheinlich sogar in Zukunft IP-Adressen sammeln darf, wie sie lustig ist, wird der Privatkopierer eventuell zur Abschreckung eben so lang ins Gefängnis geschickt, wie jemand der fahrlässig einen Menschen getötet hat? Deine Mutter.

Versteht mich nicht falsch. Ich habe vehement etwas dagegen, wenn Menschen 24/7  Inhalte aus dem Netz ziehen ohne den Urhebern dafür eine Gegenleistung entgegen zu bringen. Das ist schlicht Diebstahl und ist aus gutem Grund verboten. Wer in seiner Wohnung Tausende von geprannten CDs und DVDs hortet ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, sich Originale von den Lieblingen zu kaufen, so jemand kann und darf sich nicht Musikfan nennen (und auch nicht Filmfan, je nachdem was auf den Datenträgern drauf ist. BTW, bei diesem Text hier darf sich auch gern die gesamte Contentindustrie angesprochen fühlen). Es gibt im deutschen Recht aber auch etwas, das nennt sich Verhältnismäßigkeit. Aber diese Schiene wurde ja bereits mit den ersten rechtlichen Schritten gegen filesharende Schüler im Eiltempo verlassen. Die Hoffnung, dass da mal irgendwann noch so etwas wie Einsicht und Richtungswechsel kommt, habe ich längst verloren. Ehrlich gesagt, scheißpfeif ich da mittlerweile drauf. Und da bin ich nicht allein. Ein Letztes noch von mir an Euch:

Euer geifernder Amoklauf wird auf lange Sicht ins Leere laufen und Euer Ableben nur beschleunigen. Und ich werde zu den Ersten gehören, die auf Eurem Grab tanzen werden. Und wir werden dazu freie Musik hören. Laut.

Ich brauch nen Drink. I’m out.

Weiterführendes:
Eine Zusammenfassung der aktuell vorgestellten Gesetzesänderung des Urheberrechts und der Diskussion rund um diese ist auf netzpolitik.org zu finden (mit Auszügen von Artikeln einiger der größten deutschen Periodika, die das Ganze teilweise ähnlich negativ beurteilen wie die meisten Bloggerengagierten& interessierten Bürger).
Auszug aus einem Artikel der Berliner Zeitung (via netzpolitik.org):

Es könne nicht angehen, dass “jedermann jetzt Sorge haben muss, dass die Polizei vor der Tür steht und den Computer beschlagnahmt, weil der 16-jährige Sohn ein paar Dateien oder drei Songs aus dem Netz heruntergeladen hat”, sagte von Braunmühl. Internetnutzer, immerhin 60 Prozent der Deutschen, “laden tagtäglich Dateien und Links herunter, bei denen überhaupt nicht erkennbar ist, wer der eigentliche Urheber ist.” Sie müssten nun Angst haben, sich strafbar zu machen. “Das widerspricht auch der Forderung der Regierung nach einer Wissensgesellschaft”, sagte von Braunmühl.

Und die Süddeutsche  zum Sachverhalt (ebenfalls via netzpolitik.org):

Das Urheberrecht ist dafür da, dem geistigen Eigentümer zu seinem Recht zu verhelfen. Das neue Urheberrecht, soeben im Bundeskabinett vorgestellt, leistet das nicht – im Gegenteil. Es wird den Schutz des geistigen Eigentums noch verschlechtern: Das neue Recht sorgt sich weniger um die Urheber als um diejenigen, die deren geistiges Eigentum vermarkten. Es achtet vor allem die Interessen der Verwertungs- und Geräte-Industrie; aus dem Urheberrecht wird ein gewerbliches Schutzrecht.[..]
Das Gesetz ist eine Quelle für Streitigkeiten.
Zum Beispiel: Wenn bei einem Gerät der Nutzungsumfang zum Vervielfältigen unter zehn Prozent liegt, muss gar nichts bezahlt werden. Wer stellt das fest? Es wird über Jahre ein Tohuwabohu geben – und die Urheber werden in dieser Zeit, was ihre Tantiemen betrifft, mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen.

Wer im Netz DRM-freie (vornehmlich elektronische) Musik fernab der Majorindustrie kaufen möchte, kann dies zum Beispiel auf Warps Bleep.com tun.

Eine (kommentierte) Liste weiterer DRM-freier Downloadshops findet man bei musicjungle.

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oh sweet lord

// März 23rd, 2006 // 6 Comments » // Leben

http://www.musiqua.de/dateien/PICT1102kleiner.jpgimmer noch eins meiner Lieblingsbilder. :)

Telex

// März 23rd, 2006 // 1 Comment » // Musik, Baby!

höre gerade alte Remixe von Telex an, die ich lang nicht mehr aufgelegt hatte. Was schön das. Manchmal, selbst im Alltag, gibt es diese kurzen Momente. Ganz kurz nur. An denen man sich, für Außenstehende vielleicht völlig unnachvollziehbar, einfach erfreut. Dieser Tage kommt ein neues Album namens “how to dance” der belgischen Kraftwerks. Man freut sich.

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